Interaktion, Identität & Bewusstsein

Die Interaktionstheorie vertritt die These, dass Bewusstsein der Interaktionsprozess der Existenz ist. Bewusstsein ist also das, was unsere Existenz im Moment ausmacht. Die „erlebte“, wahrgenommene Existenz als Interaktionsprozess. Und dieser Prozess bedingt und definiert zugleich die Identität.

Kommen wir nun auf die Existenz an sich – das was alle Dinge gemeinsam haben – zurück. Was bedeutet es im Grunde, wenn wir alles, was existiert, von allen subjektiven Wahrheiten befreien? Was bedeutet es , wenn wir eine Sache von den Definitionen und Bildern, mit denen wir sie beschreiben, mit denen wir uns an sie erinnern, und wir sie uns erklären und ihre Wertigkeit für uns definieren entheben, was bleibt dann übrig? Wir haben bereits fest gestellt, dass nur diese eine Eigenschaft bleibt, auf die alles reduziert werden kann: Es bleibt die Existenz.

Wir erkennen also, alles was ist, existiert. Ohne Subjektivität ist alles eins. Alles ist Existenz – daher:

Es gibt nur eine objektive Existenz.

Jeder wird, wenn wir uns nun in subjektive Bereiche zurück bewegen (die wir in Wahrheit niemals verlassen haben, aber dazu später mehr), in Bereiche für die wir Erfahrungen und Bewertungen haben, allerdings zustimmen, dass zumindest eine große Menge an „Identitäten“ besteht. Denken Sie nur an die Anzahl an Menschen, die sie persönlich kennen, oder an jene aller Menschen die existieren.

Was sind denn diese Identitäten*? Es handelt sich um etwas, das Existenz subjektiv erlebt, das Interpretationen der Existenz wahrnimmt. Oder besser gesagt, es handelt es sich um Wesen individuellen Bewusstseins, welche subjektive Interaktionsprozesse „generieren“.

Wenn wir nun all die Identitäten und ihre eigenen subjektiv erlebten Wirklichkeiten betrachten, und von der objektiven Einheit aller Existenz ausgehen, wird klar, dass Existenz eine unbestimmbar, wenn nicht unendlich große Menge und Varianz an Wirklichkeiten und Interpretationen ihrer selbst hervor bringt. Jede dieser Wirklichkeiten – also jede existente Variation des interaktiven Multiversums, entspricht dabei vom hypothetischen objektiven „Blickwinkel“ her einer Identität.

Jede Identität ist somit eine Ausprägung der/von Existenz. Und jede von ihnen entspricht einem subjektiven Universum. Die Wirklichkeit, das subjektive Universum, ist also nach der Interaktionstheorie die Existenzinterpretation d(ein)er Identität. Es wird also durch dich wahr-genommen, und manifestiert sich durch dein Bewusstsein (den Interaktionsprozess deiner Identität).

Anders formuliert: Alles, was ist, existiert grundsätzlich. Erst die subjektive Wirklichkeit der Identität erzeugt durch Interaktion Unterscheidbarkeit. Alles, was an Eigenschaften über – existieren -hinausgeht, sind Bedeutungen, welche die Identität durch Interaktion differenziert.

Das bedeutet, jeder lebt in seinem Universum, in seiner individuellen, ununterscheidbaren Wirklichkeit, einer subjektiven Interpretation von Existenz (dem Universum, in dem sich die Identität befindet, welches im Grunde die Identität IST, wie wir sehen werden). Zugleich jedoch, bildet die Summe all dieser individuellen Universen, aller Identitäten, das interaktive Multiversum.

Die Vielfalt der Identität, oder der Anzahl an Universen, wird bestimmt durch die Varianz von Interaktionsverhältnissen der Existenz.

weiter lesen bei:
Es gibt nur eine objektive Wahrheit – und die lautet: Existenz < Interaktion, Identität & Bewusstsein > Identität ist die Summe von Immanenz und Transzendenz

Thomas Heindl, 2012

*(Ich muss sie hier darauf aufmerksam machen, dass diese Erklärung der Wirklichkeit sich deutlich vom gewohnten unterscheidet. Dies beinhaltet auch eine Neuinterpretation von Worten, für welche sich bestimmten Bedeutungen bereits etabliert haben. Um sie in die neue Sicht der Interaktionstheorie einzuführen ist es notwendig, sie über „Bedeutungsbrücken“ zu den neuen Bedeutungsmodell zu überführen, was zur Folge hat, dass ich gewisse Begriffe nach dem alten Gebrauch nutze, so wie ich Sie in diesem Fall „fremde, nicht eigene Identität“ vorstellen lasse, was der Interaktionstheorie nach selbstverständlich unmöglich ist. Es handelt sich in diesem Fall in Wahrheit um Entitäten. Deren Definition finden sie hier.)

1. Theorie der Interaktion
2. Es gibt nur eine objektive Wahrheit – und die lautet: Existenz
3. Interaktion, Identität & Bewusstsein
4. Identität ist die Summe von Immanenz und Transzendenz
5. Entitäten im interaktiven Multiversum
6. Existenz durch Interaktion
7. das interaktive Multiversum
8. Multidimensional variable Identität
9. Empathie, Bewusstsein, Interaktion
10. Identitätsbestimmung und Wirkung von Entitäten
11. Interaktive Zeit
12. Metaentität und Kontinuum
13. Identität und Entwicklung

 

3 Gedanken zu „Interaktion, Identität & Bewusstsein

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