Musik ist emotionale Sprache

Musik ist eine bemerkenswerte Sache. Sie inspiriert Millionen, sie kann heilen, kann gesund oder schädlich sein, bringt uns zum Lachen und zum Weinen oder eben dies alles nicht… Man mag sich fragen, tut sie dies alles selbst, oder sind es die Erinnerungen, sind es neuronale Zustände, welche sie hervorruft und aktiviert, die dafür verantwortlich sind? Wie auch immer, fest steht für mich, dass dies durch die Vermittlung emotionaler Muster geschehen muss: Informationsaustausch, Interaktivität. Musik ist emotionale Sprache.

Mustererkennung: Interaktion zwischen DAW und Musiker

Was sind die Kriterien von Sprache? Zumindest handelt es sich bei einer Sprache um eine Art Muster, ein Algorithmus, wie auch immer, eine Reihe von wiederkehrenden Symbolen. Bei Schriften können wir dies am Alphabet erkennen – 26 Buchstaben und einige weitere Zeichen, die sich in unterschiedlichen Konstellationen, innerhalb von wiederum grammatikalischen Mustern wie Sätzen, wiederholen. Bei der DNA ist es ähnlich, hier allerdings gibt es nur 4 „Buchstaben“.

Solche Muster sind in der Musik ebenfalls en masse zu finden, ja viel mehr besteht sie zu einem großen Anteil aus solchen Mustern. Die gesamte Harmonielehre baut ebenso auf variierenden Mustern auf, wie Tonleitern, Harmonien, Tonarten, und Rhythmik. Besonders gut kann man es natürlich auf einer Partitur und in modernen DAWs (Digital Audio Workstation) beobachten.

Was hierbei geschieht, ist dass Musik in grafische Muster umgewandelt wird, die dem Musiker das Musizieren erleichtert.

 

Computer (Künstliche Intelligenz) und Emotionen

Auf diese Weise sind also auch Computer und Mensch dazu in der Lage, in diesem Fall emotionale Sprache auszutauschen. Durch das Interface wird Musik transferiert der Komponist Musik in den Computer (Nicht anders als eine Band auf der Bühne in das Publikum, allerdings mit anderen Mitteln), und der Computer stellt sie wiederum vice versa dem Komponisten bereit, macht sie einfacher handhabbar und editierbar, korrigierbar und speichert sie. Der Computer, ist ein Instrument, ein Werkzeug.

Es ist kein sehr gutes Argument zu behaupten, das Computer keine Emotionen verstehen oder empfinden können, denn: Selbstverständlich ist das so, solange er nicht mit solchen Fähigkeiten gebaut wird.

Ein zweites Argument ist der vergleich zwischen Mensch-Mensch und Mensch-Computer Interaktion: Auch bei der Kommunikation von Mensch zu Mensch kann durch Sprache nicht alles vermittelt werden. Men kann sich nicht 100% verstehen, es geht immer um eine Annäherung. Sprache ist eben ein Werkzeug, und dieses Werkzeug ist dann hilfreich wenn es eine bessere Übermittelung von Information (hier Emotion) ermöglicht, als würde man ohne das Werkzeug agieren. Der Computer nun agiert mit der empfangenen Information eben so, wie er es immer tu: Er dient dem Menschen. Zwischen Mensch und Mensch kann ebenso nur bei großer Vertrautheit effektiv prognostiziert werden, wie gut die Message ankommt. Und es ist die Reaktion des Empfängers erst, die uns zu bewerten ermöglicht, ob eine Botschaft angekommen ist. Dies bedeutet, dass wir folgern, ob der Kommunkationspartner eine Message annähernd so verstanden hat, wie der Sender sie selbst verstanden oder gemeint hat. Dies wiederum ist eine subjektive Angelegenheit. Sprache kann Informationen enthalten, die dem Sender selbst gar nicht bewusst ist (siehe z.B. bei der Körpersprache).

Man kann die Dinge nur auf eigene Art verstehen.

Interpretation von Emotion und Information

Also haben wir Probleme bei der Kommunikation, die Computer ganz ähnlich haben könnten, ohne dass wir dies feststellen könnten aufgrund der nicht möglichen Übereinstimmung bei der Interpretation aufgrund unserer Unterschiedlichkeit: Wie er versteht oder empfindet, oder etwas vergleichbares tut, was wir nicht nachvollziehen können, dass kann er uns nicht vermitteln, weil wir es nicht verstehen können.

Mit Musik lässt es sich gut vermitteln: Der Komponist der Musik hatte vollständig andere Ursachen für die Emotionen, die er empfindet, wenn er Musik Macht als der Zuhörer, beim Empfang. Die Emotion, die über Musik vermittelt wird ist der verbindende Faktor.

 

Thomas Heindl, 2017

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