Menschliche Existenz: Bewusstsein, Ich und das Selbst.

Begriffe wie Bewusstsein, das Ich oder das Selbst, sind menschliche Beschreibungen für Aspekte der Existenz: Beschreibungen für solche Ausprägungen, welche Formen und Eigenschaften aufweisen, die sich selbst als menschlich erkennen.

Von Human_evolution_scheme.svg: M. Gardederivative work: Gerbil (talk) - Human_evolution_scheme.svg, CC BY-SA 3.0, $3

Ich bin ein Mensch – der Zirkelschluß menschlicher Existenz

Dieser Ausprägung ist ausschließlich eben der Mensch bekannt als eine solche Ausprägung des Seins, die von sich aus menschliche Sprache nutzt, und die daher überhaupt die Frage nach dem Sein erst stellen kann, da das Sein Teil der menschlichen Sprache ist.

Der in diesem Fall in deutsche Sprache formulierte Gedanke: „Ich bin ein Mensch“, beschreibt im Grunde, was existent sein bedeutet in einer solchen Variante, eine, die eben dazu in der Lage ist, auf diese Weise die eigene Existenz zu beschreiben, oder dies so tun würde, wenn Sie voll funktionsfähig wäre.

Menschliche Existenz: Bewusstsein in der subjektiven Realität

Das was wir sind, ist Teil jener Wirklichkeit, die sich durch die Interaktion unseres immanenten Seins mit unserem transzendenten Sein manifestiert. Die subjektive Realität entsteht mit Hilfe jener Werkzeuge oder Aspekte, die dieser Form der Existenz, dieser Entität, zur Interaktion zur Verfügung stehen. Hätten wir andere Werkzeuge, wäre unsere Wirklichkeit eine andere und damit auch unser Selbst, unser ich und unser Bewusstsein.

Alles ist anders als alles Andere

Es ist sinnlos, sich dadurch zu definieren, dass das, was man nicht ist, anders ist als man selbst, denn alles ist anders als alles andere, wodurch es letztlich wieder gleich wird. Ebenso sinnlos ist es, aufgrund dieses menschlichen Bewusstseins, dass sich aus dieser Ausprägung von Existenz ergibt, von generellem Bewusstsein als alleinige menschliche Eigenschaft auszugehen und deshalb darauf zu schließen, besonders zu sein. Denn wir sind nicht mehr und nicht weniger besonders als alles andere, dass existiert, was uns letztlich ganz gewöhnlich macht. Die subjektive Bewertung, die eigenen existentiellen Eigenschaften als besser, oder überlegen zu definieren, ist ein Trugschluss: Es gibt keine weitere Instanz, mit der sich ein Vergleich ergeben könnte. Da ist nichts anderes, dass so ist, wie etwas ist, sonst wäre es dasselbe.

Annäherung und Vereinigung

Erstaunlicher Weise, ist es uns wohl unmöglich, uns eindeutig mitzuteilen, da unsere Formen der Kommunikation nur innerhalb unserer uns relativ nahe Kommenden möglich sind. So sind wir, bedingt durch die Wahrnehmung der Individualität, niemals zur angestrebten Vereinigung fähig, sondern zur Annäherung. Es wird so lange ein Nexus vorhanden sein, wie wir nach Einheit streben. Mit dem Nexus wird auch das Bewusstsein verschwinden, das Ich und das Selbst.

Nexus und beständige Transformation

Die Stabilität oder Kontinuität dieses Selbstbewusstseins, dieses Ich, ist Illusion. Kontinuierlich und unendlich variabel ist die Existenz an sich, der Nexus (Schnittstelle), welcher die Wirklichkeit erzeugt, die das Selbst im Jetzt erfährt. Das was diese Schnittstelle verbindet, das Innere und das Äußere, ist permanente Interaktion, welche die subjektive Existenz überhaupt erst möglich macht. Und eben durch diese notwendige Interaktion vollzieht sich ständige Veränderung. Transformation ist existentiell. Der Nexus bleibt. Er ist das Jetzt, das Existenz erfährt. Das Diesseitige und das Jenseitige dasein, es bleibt ebenso – Immanenz und Transzendenz, getrennt und verbunden zugleich durch den Nexus. Welches Verhältnis jedoch dieser Nexus bildet, ändert sich mit jedem interaktiven Prozess, mit jedem Augenblick, mit jeder multidimensionalen Position, die er einnimmt. Mit jedem möglichen Aspekt der Existenz.

 

Thomas Heindl, 2016

2 Gedanken zu „Menschliche Existenz: Bewusstsein, Ich und das Selbst.

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