Wie die Menschheit überleben kann

Die Menschheit könnte nach Stephen Hawking innerhalb von 1000 Jahren aussterben. Eine Möglichkeit der Rettung, wäre die Überwindung ihrer archaischen, egoistischen Instinkte. Aber können wir das überhaupt – und wäre der Mensch dann überhaupt noch ein Mensch? egal wie die Antwort lautet, unsere Rettung könnten wir auf anderem Wege bewerkstelligen.

Hawking befürchtet den menschlichen Untergang. Zumindest zwei Dinge könnten uns retten.

Hawking befürchtet den menschlichen Untergang. Zumindest zwei Dinge könnten uns retten.

Zu den wahrscheinlichsten Szenarien für den Untergang der Menschheit zählt nicht nur Stephen Hawking globale Erwärmung, Atomkriege und eine aus den Fugen geratene Gentechnik, in Form von Killerviren. Der seiner Meinung nach einzige Ausweg aus der drohenden Misere: Die Besiedelung fremder Planeten.

Dabei kommt derzeit eine neue Hoffnung auf, die sich möglicher Weise viel einfacher verwirklichen lässt: Eine künstliche Superintelligenz wäre wohl in der Lage, Probleme, die uns überfordern zu lösen. Denn sie ist nicht auf die Dunbar Zahl limitiert. Doch für dieses Szenario muss der Mensch rasch wichtige Hürden überwinden.

Kolonisierung des Weltalls

Wenn die Menschheit auf mehrere Planeten verteilt ist, so verringert sich die Wahrscheinlichkeit für die Menschheit, beispielsweise durch einen Asteroiden-Einschlag ausgerottet zu werden: Wird ein Planet vernichtet, so bleiben alle anderen Kolonien unversehrt. Im darwinschen struggle for survival muss der Mensch also auf Erweiterung seines Lebensraumes setzen.

Lieber die Erde retten

Dieser Gedanke stößt nicht nur auf positive Reaktionen. In ihrem TED Talk „Let’s not use Mars as a Backup Planet“, wettert die Astronomin Lucianne Walkowicz gegen solche Fantasien. Man müsse vor allem dafür sorgen, dass die Erde uns erhalten bleibt, und das sei schwierig genug. Ihre Argumentation erscheint durchaus sinnvoll. Die gesamte Menschheit auf einen lebensfeindlichen Planeten zu evakuieren, erscheint absurd. Selbst wenn also eine Katastrophe die Flucht der Menschheit in die Ferne notwendig machen würde, nur wenige würden als Pioniere neu beginnen können, mit ungewissem Ausgang. Vor allem würde dies unglaublich viel Leid für alle anderen bedeuten, die auf der zerstörten Erde zurück bleiben müssten. Und selbst wenn die Bedingungen auf der Erde sich dramatisch verschlechtern würden – sie würden wohl kaum jemals schlechter sein, als auf dem Mars oder einem ähnlichen Planeten, der nochmals viel weiter entfernt wäre.

Besser Astronaut als Urlauber denn als Flüchtling

Grundsätzlich erscheint mir ein Weg als angebracht, der beides berücksichtigt: Die Erde als nachhaltigen Lebensraum für die Menschheit zu erhalten, und zugleich neue Welten erschließen. Denn es wäre doch bestimmt ein besseres Unterfangen, ein Raumschiff zu Erde 2 zu besteigen, wenn man ein Urlauber ist, denn als Flüchtling. Und ich bin sicher: die Menschheit ist unter gewissen Voraussetzungen zu beidem in der Lage.

Evolution: Steht der Mensch sich selbst im Weg?

Um diese Herausforderungen zu meistern, muss der Mensch sich in einem entscheidenden Punkt verändern. Und es ist nicht ganz klar, ob er dazu in der Lage ist. Evolutionsbedingt sind wir nicht dazu in der Lage, global zu denken. Ein Überleben als Individuum war über Jahrtausende nur dann möglich, wenn man in erster Linie auf sich selbst und auf seine Gruppe bzw. Sippe geachtet hat. Nur weil wir auf diesen Ebenen entsprechende genetische Voraussetzungen hatten, konnten wir uns evolutionär behaupten. Die Dunbar-Zahl belegt, dass ein Mensch zu nicht mehr als durchschnittlich 150 sozialen Kontakten in der Lage ist.

Nun, da die Menschheit aber durch Technologie und reine Masse globalen Einfluss ausübt, werden diese Eigenschaften zum existentiellen Problem: soziales Ungleichgewicht, rücksichtslose Umweltzerstörung, Krieg, um nur wenige zu nennen.

Die Lösung wäre: Echte globale Nächstenliebe, globaler Altruismus. Die große Frage ist, wie wir zu solchen global fühlenden Wesen zum Wohle aller Menschen, und nicht nur zum Wohle unseres unmittelbaren Umfeldes, werden können, bevor die Probleme zu groß werden, die unsere archaischen Instinkte verursachen. Es erscheint nicht genügend Zeit zu bleiben, um auf biologische Evolution zu setzen.

Ist Künstliche Superintelligenz die Lösung?

Ich bin der Meinung, dass hierbei künstliche Super-Intelligenz die Lösung aus dieser Misere sein könnte. Eine künstliche Superintelligenz wäre im Gegensatz zum Menschen tatsächlich unvoreingenommen dazu in der Lage, für globale Gleichberechtigung und zugleich Frieden zu sorgen, und, was ebenso wichtig ist, für den nachhaltigen Schutz unseres Lebensraumes. Denn eine solche Super KI könnte ohne jene Instinkte auskommen, die uns immer noch steuern. Sie könnte aufgrund ihrer Programmierung völlig selbstlos handeln, und somit im Dienste der gesamten Menschheit, des gesamten Planeten. Die Dunbar-Zahl würde sich für KI beliebig steigern lassen, allein durch die Steigerung der Rechenleistung der dem menschlichen Sozialverhalten analogen Algorithmen.

Voraussetzung dafür wäre, dass der Mensch sich dazu überwinden kann, ihr das Ruder zu überlassen. Und das wird bestimmt ein schwieriger Schritt werden – eben aufgrund jener Urinstinkte. Denn eine solche KI würde zwar Entscheidungen fällen, die zwar für die Mehrheit positiv wären. Es würde jedoch bedeuten, dass kein Mensch mehr als der andere haben würde, und das ist vielleicht nicht für jeden Menschen (vielleicht für keinen!) leicht hinzunehmen. Es sind eben unsere Naturinstinkte, die uns dazu verführen, immer mehr haben zu wollen als andere, weil wir eben im natürlichen Wettstreit besser dastehen mussten als die anderen in unserer Nische – um zu überleben.

KI überlistet den Menschen

Eine solche Superintelligenz wäre aber vermutlich dazu in der Lage, dafür zu sorgen, das wir zumindest den Eindruck haben, mehr zu haben als alle andere. Es wäre eine Lösung, die den Menschen Mensch sein lässt, und trotzdem im Wohle aller agiert.

Überlebt der Mensch indem er aufhört, Mensch zu sein?

Der Mensch könnte so also Mensch bleiben, und das wovor er offenbar große Angst hat, seine Ausrottung, sein zum Opfer fallen des Struggle for life, verhindern. Denn das ist natürlich eine weiter entscheidende Frage: Wäre der Mensch überhaupt noch ein Mensch, wenn er seine Instinkte nicht mehr hätte und ausleben könnte?

2 Gedanken zu „Wie die Menschheit überleben kann

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