Das Wesen der Evolution im interaktiven Multiversum

Evolution, „CollapsedtreeLabels-simplified“ von Original uploader was User:TimVickers, SVG conversion by User:User_A1. Original uploader was User A1 at en.wikipedia - Transferred from en.wikipedia; transferred to Commons by User:Egmontaz using CommonsHelper.(Original text : Self made.). Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:CollapsedtreeLabels-simplified.svg#mediaviewer/Datei:CollapsedtreeLabels-simplified.svgWas genau das Wesen der Evolution ist – diese Frage beschäftigt Wissenschaftler seit langer Zeit. Ebenso, wie Evolution niemals eine Ende nimmt, so verstummen auch die Fragen nicht. Vom interaktiven Standpunkt her gibt es natürlich unendlich viele Antworten.

Denn jede Entität, die über Evolution zu sprechen weiß, hat ihre eigenen Erklärungen. Der Mensch hat sich im darwinschen’ Kontinuum auf Varianten geeignet, die auf Interpretationen seiner Texte beruhen, stark zusammengefasst auf die heute weit verbreiteten Begriffe: Überleben des Stärkeren (survival of the fittest, eigentlich durch Herbert Spencer geprägt) und natürliche Selektion (natural Selection). – Das unvollständige Verständnis dieser Begriffe kann und konnte dazu verleiten, auf ein hierarchisches Erklärungsmodell der Evolution zu schließen.

Ohne Zweifel ist Darwins Evolutionstheorie die in seiner Zeit, also seinem entropischen Zustand, plausibelste und effektivste Beschreibungen der Evolution. Die natürliche Selektion hält nicht nur wissenschaftlichen Untersuchungen hervorragend stand, sondern hat sich auf vielen Ebenen als außerordentlich ergiebig erwiesen.

Da jedoch das interaktive Multiversum keineswegs einen objektiven Beweis seiner hierarchischen Struktur vorweisen kann, ist man gut beraten, sich andere Erklärungs-Möglichkeiten zumindest bewusst zu machen. Denn es kommt immer auf die eingenommene Position an, welche eine Wahl bedingt. Für den Menschen als Allesfresser-Säuger lag es selbstverständlich nahe, ein Modell zu entwickeln, welches sein natürliches Mindsetting nicht in Frage stellt.

Biosphäre Kontinuum

Als Wladimir Iwanowitsch Vernadsky das Treiben auf der Erde als globales Ökosystem definierte, und hierfür den Begriff Biosphäre prägte, schuf er zugleich die Möglichkeit einer neuen Sicht auch auf die Evolution.
Biosphäre ist die Symbiose aller Lebensformen eines Planeten. Ihre Wechselwirkung mit der unbelebten Materie hat die planetare Evolution zur Folge.

Evolution in der Biosphaere

Evolution in der Biosphäre

Auf der großen Skala des Biosphären-Evolutions-Kontinuums interpretiert sich das Leben auf der Erde heterarchisch, da es neben seiner subjektiven Hierarchie-Interaktion zusätzlich mit der Materie den Planeten interagiert, und somit transformiert.

Diese Planeten Evolution, diese Materie-Planet zu Biosphären-Planet Interaktion, lässt sich unter anderem anhand der sich ständig verändernden physikalischen Zusammensetzung der Atmosphäre beobachten. Diese bietet eben jenen Lebensformen die beste Lebensgrundlage, die sich am besten an sie anpassen.


„So behauptete ein führender deutscher Forscher, dass der schwächste Punkt meiner Theorie sei, daß ich alle Lebewesen für unvollkommen hielte. Was ich indessen wirklich gesagt hatte war, dass sie nicht so vollkommen seien, wie sie in Bezug auf ihre Lebensbedingungen sein könnten, und dass das zutrifft, beweisen zahlreiche, in verschiedenen Teilen der Erde einheimischen Formen, die eindringenden Fremdlingen weichen mussten. Auch können Lebewesen, die irgendwann ihren Lebensbedingungen vollkommen angepasst waren, es schwerlich geblieben sein, wenn sich die Bedingungen änderten; sie müssten sich andernfalls selbst verändert haben.“ Charles Darwin, Entstehung der Arten, Reclam s. 282.

Heterarchische Evolution

Jene Lebensformen schaffen jedoch wieder für sich, wenn man so möchte, also Resultat ihrer natürlichen Selektion, die Basis für folgende Evolutionsstufen, da sie langfristig Ihr Umfeld derart transformieren, dass Ihr jetzt-Zustand nicht lebensfähig wäre (siehe Änderung der Athmosphäre…). In vielen Fällen bedingen Organismen also ihren „eigenen Untergang“, wenn man Organismen als temporäre Entitäten interpretiert. Im evolutionären Sinne kann die Selektionstheorie dieses Verhalten nicht erklären. Sie gilt freilich für die Individuen, welche sich in den evolutionären Grabenkämpfen durchsetzen müssen. Bestes Beispiel ist der Mensch, der sich durch sein eigenes Verhalten gegenüber seiner Umwelt bedroht fühlt. Wer in diesem menschlichen Verhalten eine Entfremdung von der Natur spricht, der irrt – dieses Verhalten ist typisch wenn man es im Biosphären-Kontinuum betrachtet.

Es handelt sich beim Überlebenskampf im Sinne von Darwin also um kurzsichtiges Denken und Verhalten, welches Wege bereitet für langfristigere Formen (Genpools), welche den Ihrigen in ihrer Fähigkeit, sich auf das neue Umfeld einzustellen, überlegen sind in diesem durch ihren selbst bereiteten Paradigmenwechsel.

Selbstverständlich muss ein solcher nicht das Ende einer Art bedeuten. Die Epigenetik erlaubt gewisse Spielräume.

Transhumanistisches Kontinuum

Wenn man so möchte, birgt also das Einbringen des Darwinismus in das Evolutions-Kontinuum die Gefahr des menschlichen Unterganges in sich, beziehungsweise deckt sie auf. Allerdings gilt dies nur dann, wenn wir den Menschen eben als ein der Selektion unterworfenes Wesen wahrnehmen. Es gilt nur solange, wie wir die Existenz des Menschen eben auf jene DNA-Varianten & phänotypischen DNA-Semantik-Interpretationen reduzieren. Es besteht keinerlei Zwang, sich auf diese Sichtweise festzulegen und somit unserem Untergang entgegen zu selektieren… wir müssen einmal mehr hierfür nur die Sichtweise verändern. Eine diesem Gedanken überaus nützliche ist der Transhumanismus, dem ich hier einen eigenen Beitrag zum Thema mache.

Grundsätzlich muss man sagen: Die Interpretation dessen, was eine Evolutionstheorie erklärt, hängt immer davon ab, in welchem Kontext die interpretierende Entität Evolution verstehen muss. Sie wird so lange eine hierarchische sein, wie es die Zeit erfordert. In zumindest 2 Szenarien wird sie überwunden sein:

  1. Der Mensch ist ausgestorben (als biologische Lebensform)
  2. Der Mensch „erlernt“ nachhaltiges, symbiotisches Verhalten.

Natürlich gibt es zahllose weitere Möglichkeiten.

Das Dilemma alternativer Evolutionstheorien habe ich im Beitrag über Sozialdarwinismus erläutert.

Thomas Heindl, 2014

4 Gedanken zu „Das Wesen der Evolution im interaktiven Multiversum

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